Samstag, 7. November 2009

Mein Lieblingsbaum


Er ist noch nicht alt. Wenige Sommer und Winter sind durch seine Äste gegangen. Sie hatten ihn vor dem Feld gepflanzt, nachdem die Pappeln gefallen waren. Er ist noch zu jung, um Schatten zu spenden, und auch die Vögel bauen sich noch keine Nester in seinen zarten Zweigen.
Aber die Katzen lieben ihn. Die Kleinen können schon fast seinen Stamm umfassen, und sie klettern an ihm empor, um zu sehen, wer der Schnellste von ihnen ist, und ihm Herbst spielen sie in dem goldenen Laub, das zu seinen Füßen liegt.

Eine junge Buche. Ich sehe sie vor meinem Fenster, wenn ich am Schreibtisch sitze und denke. Dann lehne ich mich nach vorn und beobachte den Wind, der an den Blättern reißt, bis sie fallen.
Ich sehe ihn Jahr um Jahr, sehe, wie er wächst, wie er lebt und atmet.
Irgendwann werden auch die Vögel zu ihn finden.
Er kann groß werden und mächtig, wenn wir ihn lassen.

Kommentare:

  1. Danke für diesen post, der hier in Athen zu lesen, einem Märchen gleich kam.

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  2. Lieber Robert!

    Danke für deine Worte. Es freut mich sehr, daß dich mein Text bewegt hat.
    Schöne Grüße aus dem naßkalten Thüringen in das hoffentlich sonnige Athen!

    Viele Grüße,
    Ilka

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  3. Ein Baum ist ein wunderbares Geschöpf, und der Mensch kann sich glücklich schätzen, wenn der Baum ihm seine Freundschaft schenkt, indem er zum Wegbegleiter wird.

    Liebe Grüße
    Reinhard (tjm.)

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